Die Wechseljahre

Change of life. Im Wandel. Neue Lebensphase.

Es gibt viele Begriffe, die die Wechseljahre beschreiben. Und jede Frau erlebt diese Zeit individuell. Manche Frauen spüren kaum Veränderungen. Andere sehr deutlich. Manchmal beginnt es erst spät, manchmal schon mit Ende 30. Egal ob die körperlichen Symptome im Vordergrund stehen oder die psychischen – Frauen in den Wechseljahren merken oft, dass sich etwas verändert. Der eigene Körper fühlt sich anders an. Vertrautes funktioniert plötzlich nicht mehr wie gewohnt. Energie, Schlaf, Stimmung – vieles gerät in Bewegung. Und genau das macht diese Phase für viele so herausfordernd. Es verändert sich etwas, ohne dass man genau benennen kann, was eigentlich los ist.

Viele Frauen beginnen in dieser Zeit, an sich selbst zu zweifeln. Fragen sich, ob sie einfach erschöpft sind, überfordert oder „nicht mehr so belastbar wie früher“. Dabei ist genau das oft nicht der Punkt. Der Körper verändert sich und mit ihm verändern sich Bedürfnisse, Grenzen und Möglichkeiten. Was früher funktioniert hat, passt plötzlich nicht mehr.
Es ist ein Zeichen dafür, dass etwas Neues entsteht.

Eine Phase, in der vieles ins Wanken gerät und gleichzeitig die Möglichkeit entsteht, einen neuen Blick zu entwickeln. Auf den eigenen Körper. Auf das eigene Leben. Was tut mir gut? Was passt noch zu mir und was vielleicht nicht mehr? Und auch wenn diese Veränderungen im ersten Moment verunsichern können, liegt darin etwas sehr Wertvolles.
Denn Grenzen zeigen uns, was wir brauchen. Mehr Ruhe. Mehr Unterstützung. Mehr Raum für uns selbst.

Und genau damit musst du nicht alleine bleiben. Viele Frauen gehen durch diese Phase mit dem Gefühl, funktionieren zu müssen. Weiterzumachen. Sich anzupassen. Dabei ist genau jetzt ein Moment, in dem Verbindung so wichtig ist.

Zu merken: Ich bin nicht die Einzige, der es so geht.

Neurodivergente Frauen in den Wechseljahren

Für neurodivergente Frauen kann diese Phase noch einmal intensiver sein und sie beginnt oft auch früher. Veränderungen im Hormonhaushalt wirken direkt auf das Nervensystem. Besonders das sinkende bzw. schwankende Östrogen hat Einfluss auf den Dopaminhaushalt – ein Botenstoff, der bei ADHS eine zentrale Rolle spielt.

Wenn Östrogen abnimmt, kann auch die Verfügbarkeit von Dopamin schwanken.
Und genau das kann dazu führen, dass Themen wie Reizüberflutung, Erschöpfung, emotionale Schwankungen oder Konzentrationsprobleme stärker werden.

Dinge, die vorher gerade noch funktioniert haben, geraten schneller aus dem Gleichgewicht. Und gleichzeitig fehlt oft das Wissen darüber, dass genau das damit zusammenhängen kann.

Umso wichtiger ist es, den eigenen Körper und das eigene Nervensystem in dieser Zeit zu verstehen und Wege zu finden, die wirklich zu einem selbst passen.