Meine ADHS Reise
Ich habe wirklich lange gedacht, dass mit mir etwas nicht stimmt. Dass ich zu langsam bin, zu chaotisch, nicht strukturiert genug. Dass ich mich einfach mehr anstrengen müsste. Andere schaffen das doch auch. Diese Sätze waren so normal für mich, dass ich sie gar nicht mehr hinterfragt habe. Gleichzeitig habe ich immer gespürt, dass ich anders bin. Ich fühle viel, nehme Stimmungen schnell wahr, habe tausend Ideen im Kopf.
Bin ungeduldig, rede dazwischen und bin im nächsten Moment wieder still und völlig überreizt. Und all das passiert oft gleichzeitig.
Als ich meine ADHS Diagnose bekam war es, als hätte jemand den Vorhang gelüftet, als draußen gerade die Sonne schien. Denn es wurde endlich hell. Ich bekam Antworten auf Fragen, die mich mein ganzes Leben begleitet hatten. Und damit begann ein Loslassen. Ich ließ all die Glaubenssätze los, die mich in all den Jahren klein werden ließen. Und an ihre Stelle traten Neue. Heute mag ich mich genauso wie ich bin. Wild, aufgedreht und mit verrückten Ideen. Ich weiß heute, dass ich schneller erschöpft bin, weil mein Kopf all die vielen Dinge schlechter sortieren kann. Ich weiß auch, wie ich mein Nervensystem entlasten kann. Wissen macht stark und davon habe ich heute jede Menge. Es ist meinem Hyperfokus zu verdanken, der einfach nicht enden möchte, dass ich all die Aus- und Weiterbildungen gemacht habe, die mich heute stärken. Und genau diese Stärke möchte ich weitergeben. An dich. An euch. An uns alle.

